Wochenimpuls

Bergdorf (c) Edith Furtmann
Bergdorf
Datum:
Sa. 10. Apr. 2021
Von:
Edith Furtmann

Apg 4, 34-35
„Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt.
Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen,
verkauften ihren Besitz,
brachten den Erlös
und legten ihn den Aposteln zu Füßen.
Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.“

Eine ideale Gesellschaft, diese ersten Christen, so scheint es. So vermittelt es dieser Überblick aus der Apostelgeschichte. Allerdings lesen wir nur wenige Verse weiter, dass auch da schon nicht alles Gold war, was glänzt, denn schon ein Kapitel weiter wird berichtet, dass nicht alle alles abgaben. Und: die ersten Christen glaubten sicher daran, dass sie nicht vor sorgen mussten für eine unbestimmte Zukunft ihrer Nachkommen, denn sie erwarteten das Reich Gottes bereits zu Lebzeiten. Außerdem waren es kleine, überschaubare Gemeinschaften.

Also alles nicht übertragbar in unsere Zeit. Oder? Nun, ich glaube, gerade jetzt, nach dem zweiten Coronaostern, während die Politiker überlegen, ob sie einen „harten Lockdown“ anordnen sollen, was jeder, der ein bisschen nachdenkt, schon länger hätte haben wollen, gerade jetzt kommt es drauf an, darauf zu achten, dass keiner Not leidet. Und wir alle können was tun: gegen seelische Einsamkeit hilft telefonieren oder Briefe schreiben, so richtig mit der Hand: ich mache gerade die Erfahrung, dass viele total überrascht und erfreut sind über unerwartete Post. Man kann, wie Freunde von mir das gemacht haben, nach seiner eigenen Impfung spenden für Impfungen in Ländern, die kein Geld für Impfstoff haben. Man kann die Augen und Ohren offen halten für Menschen in seinem eigenen Umfeld, die Hilfe brauchen, z.B. beim Einkaufen. Ich bin sicher, jede und jeder von uns findet eigene Wege, Not zu lindern, in unserem direkten Umfeld aber auch in der globalen Welt.

So können wir in dieser nachösterlichen Welt ein bisschen so werden, wie das Ideal der frühchristlichen Gemeinden es vor sah: Gemeinschaften, in denen keiner Not leiden muss.