Was tun für die Seele – Lichtblicke verschenken

Briefkasten (c) Edith Furtmann
Briefkasten
Datum:
Sa. 30. Jan. 2021
Von:
Edith Furtmann

Vielleicht geht es Ihnen genau so wie mir: die Tage plätschern so dahin, sind kaum voneinander zu unterscheiden, und irgendwie verschwimmt die Zeit. Abends geht man ins Bett und hat das Gefühl, es ist irgendwie alles an einem vorbeigehuscht.

Vielleicht geht es Ihnen genauso wie mir: es gibt Tag, da verlässt man das Haus nicht – weils ja nix gibt, wo man hin kann, weil es keinen Grund gibt.

Vielleicht geht es Ihnen genauso wie mir: der Gang zum Briefkasten wird zum Hoffnungsgang und dann zur Enttäuschung – außer zur Weihnachtszeit liegt selten was persönliches drin.

Ich habe jetzt einen neuen Weg gefunden, der meiner Seele gut tut und vielleicht anderen auch:

Ich schreibe Briefe. Persönliche Briefe, jeden Tag an einen anderen Adressaten, eine andere Adressatin. Morgens lose ich aus, wer dran ist: das ist spannend. Und dann nehme ich mir Zeit: mal wird es ein langer Brief, mal vielleicht nur ein paar Zeilen, immer garniert mit einem Bild, dass ich im Coronajahr vom Niederrhein gemacht habe und einem Hoffungsgedicht, dass ich extra dafür geschrieben habe.
Und dann nehme ich diesen Brief und gehe zu Fuß zum Briefkasten, mal zu dem um die Ecke, mal zu dem weiter weg, je nach Wetter und Zeit. Aber ich gehe jetzt wieder raus. Jeden Tag. Und stelle mir vor, dass irgendwo jemand meinen Brief aus dem Kasten zieht und sich freut.

Wäre das nicht auch etwas für Sie? Es findet sich bestimmt jemand, der sich über ein paar persönliche Zeilen freut.

 

Hoffnung

Im Dunkel ahnt man es doch

Das Licht wird kommen

Es bricht sich Bahn

Durch die Finsternis der Nacht

Durch die Nebel der Hoffnungslosigkeit

Durch die Wolken der Angst

Auf einmal bricht es sich Bahn

Ein Strahl nur oder mehr

Ein winziges Wolkenloch

Die Sonne ist da

Auch wenn sie verdeckt ist

Man ahnt es doch

Das Licht wird kommen

© Edith Furtmann 1/2021